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Für die Auslands-Berichterstattung sucht Europa im Blick noch Autoren, die über Ereignisse außerhalb des deutschen Sprachraums berichten. Im Schwerpunkt stehen dabei vorrangig natürlich Berichte über die bei Europa im Blick im Zentrum stehenden Politikfelder, also etwa Privatisierungen, Demokratie- und Sozialabbau, Finanzmärkte, Militarisierung, Umwelt etc. Unsere LeserInnen freuen sich aber auch über Artikel abseits der ausgetretenen Pfade.
Es sind insbesondere auch Artikel über Themen, die im deutschen Sprachraum üblicherweise nicht behandelt werden, die Europa im Blick gegenüber anderen Webzeitungen auszeichnen.
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Auch mit diesem neuen Gesetz zur inneren Sicherheit werden die verfassungsrechtlichen Grenzen der Staatsgewalt und „Geist der Verfassung“ unter dem Vorwand der Terrorismusbekämpfung aufgeweicht. Die Balance zwischen Sicherheit und Freiheit wird seit Jahren zugunsten der Sicherheit gefährdet. Das Grundgesetz wird mit immer neuen Sicherheitsgesetzen bis an die Grenzen strapaziert und zu oft sind die Grenzen schon überschritten worden, wie etwa beim großen Lauschangriff, beim Luftsicherheitsgesetz oder beim nordrhein-westfälischen Verfassungsschutzgesetz. Die dort beschlossenen freiheitsbeschränkenenden Regelungen wurden vom Bundesverfassungsgericht kassiert.
Wenn man eine Lehre aus der Geschichte ziehen kann, dann die, dass Macht und Gesetze missbraucht werden können. Es lohnt sich deshalb, immer wieder an die Entstehungsgeschichte des Grundgesetzes zu erinnern und vor allem daran, dass unsere Verfassung unser Land aus den Erfahrungen des Niedergangs der Weimarer Republik und der Schreckensherrschaft des NS-Regimes freiheitlich gestalten wollte.
> weiterIn der heutigen Jungen Welt findet sich ein Artikel von Andreas Wehr, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Linksfraktion im Europäischen Parlament. Der Artikel sagt im Grunde alles, was es über das niederträchtige Wirken von Deutschlands Eliten bei der Europäischen Integration zu sagen gibt, und spart auch nicht die ebenso schändliche Reaktion der französischen Eliten aus. Für mich einmal mehr eine Bestätigung dafür, dass es ohne den kompletten Austausch vorrangig der verabscheungswürdigen deutschen Eliten kein wie auch immer geartetes "gutes Europa" geben wird oder auch nur geben kann, also insb. kein soziales, ökologisches, friedliches, freies, gerechtes oder sonstwas Europa.
Wenngleich dieser Elitenaustausch noch lange nicht durch Wahlen alleine zu bewirken ist, stellen Wahlen nächstes Jahr hierzulande schon immerhin 7 Gelegenheiten bereit, zumindest einen Teil des politischen Arms elitärer Niedertracht in die Wüste zu schicken. Dies muss aber begleitet werden durch den individuellen oder kollektiven fortdauernden Einsatz, unsere schändlichen Eliten an jedem sich bietenden Ort ihrer wohlmanikürte Maske zu berauben: am Arbeitsplatz, an den Bildungseinrichtungen, beim Einkauf, in öffentlichen Verkehrsmitteln, im privaten Raum, einfach überall. Wir bekommen genau diejenigen Eliten, die wir zulassen.
Unten angehängt findet sich der betreffende Artikel (Quelle).
> weiterDer wichtigste Warschauer Börsenindex, WIG 20, verlor heute 7,6 %, der Zloty stürzte weiter ab. Die polnische Währung verlor innerhalb von zwei Tagen allein gegenüber dem Euro 27 Groszy oder 7,6 % an Wert und notierte heute am frühen Abend bei 3,81. Gegenüber dem Dollar vollzog sich der Absturz noch dramatischer. Der WIG 20 erreichte nur noch 1682 Punkte, einen Tiefstand seit August 2004.
Der Kursverfall des Zloty hatte sich auch am Nachmittag fortgesetzt, obwohl Ungarn, nach Ansicht polnischer Politiker der eigentliche und ausschliessliche Krisenherd der Region, heute in einer verzweifelten Aktion seinen Leitzins von 8,5 % auf 11,5 % angehoben hatte und kurzzeitig die eigene Währung stabilisieren konnte.
> weiterDiese Woche trafen sich die europäischen Wirtschafts- und Finanzminister zu ihrer regelmäßgen Ministerratssitzung, dem sogenannten ECOFIN. In Zeiten wie diesen sollte dies eigentlich ein Anlass sein, auf europäischer Ebene gemeinsame Lösungen zu finden für die wirklich akuten Problemen im Zusammenhang mit der aktuellen gravierenden Wirtschaftskrise. Vorschläge liegen ja nun wirklich seit geraumer Zeit in großer Zahl auf dem Tisch, und es gehört nun wirklich nicht viel Detailwissen dazu, um zu erkennen, dass eine ganze Reihe von notwendigen Lösungen nicht auf einzelstaatlicher Ebene allein umgesetzt werden können. Nahe liegt hier insbesondere eine doch wenigstens zeitweise offizielle Suspendierung der irrwitzigen Maastricht-Kriterien oder der momentan äußerst kontraprodukten Verengung der EZB-Politik auf "Inflationsbekämpfung", die dem manisch-psychpathischen EZB-Rat überhaupt erst ermöglichte, mit ihrer Leitzinserhöhung im Juli den wohl schwersten geldpolitischen Fehler der letzten Jahrzehnte zu begehen.
Zu einem gemeinsamen Vorgehen gegen die momentane Wirtschaftskrise konnten sich die versammelten Minister leider nicht durchringen, weshalb sie weiterhin amateurhaft auf nationaler Ebene vor sich hinstümpern werden. Worüber sie sich auf dem ECOFIN aber ohne die geringsten Probleme verständigen konnten, das ist ausgerechnet ein Forderungskatalog, der uns mittlerweile nur allzu bekannt vorkommt:
Da erklären die Regierungschefs von Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Italien in Paris theatralisch, sie würden keine größere Bank fallen lassen. Und wenige Stunden später muss die Bundesregierung eine Pauschalerklärung an die Sparer abgeben, weil der Pariser Spruch nicht geglaubt wird. Die Bundesregierung hat eine schwere Verantwortung auf sich geladen, indem sie den europäischen Krisenfond für die unterkapitalisierten Banken abgelehnt hat. Europa kann nur gemeinsam schwimmen oder gemeinsam sinken. Dafür sind die Finanzmärkte viel zu verzahnt. Außerdem sind die europäischen Banken weit schwächer kapitalisiert als die amerikanischen. Sie haben weit weniger Kernkapital im Verhältnis zu ihren Anlagen (Abb. 03769) und sind daher weit höher gehebelt, vor allem einige deutsche Banken (Abb. 03771):
